Ein unmögliches Versprechen
Dabei monieren insbesondere Exponenten aus der FDP die zusätzlichen Kosten und den nicht durchgängigen Leistungslohn. Anhand dieser beiden Kritikpunkte lässt sich nun gerade die Krux dieser Vorlage bestens aufzeigen. Denn entweder man erfüllt das Gebot einer Kostenneutralität, was durchaus ein legitimes Anliegen sein kann, und verzichtet dabei auf eine konsequente Leistungsorientierung oder aber man gewichtet das Prinzips der konsequenten Leistungsorientierung als oberste Priorität und ist dafür bereit, die Kosten bereitzustellen. Beides gleichzeitig zu wollen, ohne ein unsozialer Arbeitgeber zu sein, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Ausgangslage ändert sich auch nicht bei einem Nein zur Vorlage.
Wenn die Kritiker der Vorlage das städtische Personal wirklich mittels einem ideologisch aufgezogenem Leistungsprinzip zu besserer und effizienterer Arbeit ermutigen wollen, dann scheinen mir herablassende Karikaturen, wie die mit dem Pfeife rauchenden Mann, das denkbar schlechteste Mittel zur Motivation zu sein. Echte Wertschätzung ist weit motivierender und nachhaltiger als purer Leistungslohn.
Die Vorlage zur Besoldungsrevision über welche wir am kommenden Wochenende abstimmen ist das Ergebnis eines langwierigen und mühsam erarbeiteten Prozesses, bei dem die verschiedensten Interessen und Aspekte wie Kostenneutralität, Leistungsorientierung, Sozialpartnerschaft, Familien- und Jugendförderung gegeneinander abgewogen und berücksichtigt wurden. Eine ausgewogenere Vorlage werden die StimmbürgerInnen bei einem Nein wohl kaum erhalten. Deshalb verdient diese Vorlage unsere Unterstützung.
Stephan Hodonou, EVP Gemeinderat, Olten




