Gemeinderat Niedergösgen

Interview mit Philipp Limacher

Wohnort: Niedergösgen

Alter: 37 Jahre

Zivilstand: verheiratet

 

Beruf: masch. Ing HTL

 

Bei der EVP seit 3 Jahren

 

politische Ämter: Amteipräsident Amtei Olten-Gösgen und Gemeinderat in Niedergösgen

 

 

Florian: Wie fing Ihre politische Karriere an und welche Erfolge erreichten Sie?

 

Meine politische Karriere fing in Kriens an. Dort kaniditierten wir für den Einwohnerrat und musstne leider eine Wahlschlappe hinnehmen, weil unser einzige Jungliberale Einwohnerrat zu den Liberalen wechselte und wir in Kriens zuwenig bekannt waren, dass uns ein Sitz zugesprochen wurde. Ich durfte auch in der Zonenplankommission in Kriens dabei sein.

Vor 14 Jahren kam ich nach Olten. Ich blieb in der Region, weil ich meine Frau heiratete und eine Familie gründete. Meine Frau brachte mir Gott näher und ich kam zum Glauben. Dadurch war für mich auch klar, dass ich zur EVP wollte. Ich trat vor 4 Jahren der EVP bei und wurde vor 2 Jahren zum Präsident der Amtei Olten-Gösgen gewählt, weil die amtierende Präsidentin nach Zürich umzog.

Erfolge: letzte Parlamentswahlen 2009 in Olten: 2 Sitze (bisher 1); Niedergösgen Gemeinderat 1 Sitz (bisher 0).

 

Shaha: Was gefällt Ihnen bei der Evangelischen Volkspartei?

 

Wir haben alle den Glauben als Grundlage für unsere Partei, dies ist das wichtigste für mich. Unser Amteivorstand macht mir grosse Freude. Wir verstehen uns gut und da macht das Arbeiten Spass.

 

Florian: Die EVP vertritt die christlichen Werte, wie sind Ihre christlichen Werte? Praktizieren Sie auch Ihren Glauben?

 

Die Bibel ist kein politsches Programm. Doch bestimmt sie die christlichen Werte. Sie macht ein Zusammenleben möglich, das geprägt ist von Ehrlichkeit, Verantwortung, Nächstenliebe, Nachhaltigkeit und Frieden. Ich gehöre einer christlichen Gemeinde in Olten an. Sie heisst Vineyard und wir haben in den Räumen des Hotels Arte unsere Gottesdienste mit Kinderprogramm.

Florian: Die EVP setzt sich mit Thema Umwelt auseinander, was tragen Sie dazu bei?

 

Ich habe beim Hausbau geachtet, dass es gut isoliert ist. Auch benutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel und das Velo so oft es geht. Meine Visionen sind, dass jedes zehnte Haus in der Schweiz Sonnenkollektoren oder eine Photovoltaikanlage hat und dass die Windenergie mit hohen Einspeisevergütungen gefördert wird. Neue AKW's möchte ich keine mehr, deshalb bin ich auch dem Verein NWA – Nie wieder Atomkraftwerke beigetreten. Ich möchte auch einen Windpark im Niederamt eröffnen.

 

Florian: Viele Familien werden in der Schweiz gegründet, einige zerbrechen in wenigen Jahren schon. Welche Ursachen meinen Sie sind verantwortlich? Welchen Einfluss haben die traditionelle Ehe und das Konkubinat?

 

Der Grundgedanke, dass wir in unserem Leben nur eine Ehe haben und dass man prüft, bis man sich ewig bindet, ist nicht mehr verankert. Weitere Ursachen sind die vielen Wünsche und Ziele, die wir heute verfolgen. Wir haben keine Zeit mehr für die Familie, weil wir überall sein wollen. Dazu brauchen wir für unsere Wünsche und Ziele viel Geld, dass wir als Familie gar nicht mehr haben. Wir können nicht mehr verzichten, weil wir alles haben wollen.

 

Shaha: Bei der letzten Abstimmung zur Minarett-Initiative gab’s viel Furore weit über die Landesgrenzen hinaus. Was meinen Sie zum Minarett-Verbot?

 

Die Minarett-Initiative hat die EVP gespalten. Ich persönlich sehe in den Minaretten ein Machtsymbol und deshalb sehe ich nicht ein, warum wir in unserer christlichen Schweiz diese bauen lassen müssen. Auch der Koran schreibt keine Minarette vor. Natürlich ist das Minarettverbot für mich nicht das Wichtigste, aber es soll ein Zeichen der Schweizer Bevölkerung sein, dass wir von der Islamischen Bevölkerung Integration fordern: Die christlichen Leitplanken gelten für alle und da hat ein Schwimmverbot, das Kopftuch an Schulen, Beschneidungen an Mädchen und die Zwangsehe keinen Platz.

 

Shaha: Wie sehen Sie die Evangelische Volkspartei in 10 Jahren?

 

Ich sehe die EVP weiter als eine kleine Partei, die kontinuierlich an Grösse gewinnt und ihren Einfluss als Salz in der Suppe sieht. Mein Traum wäre es, an der Urne einen EVP-Bundesrat wählen zu können.