EVP zwischen Marktfundamentalismus und Arbeitnehmerschutz

Zu hef­ti­gen Dis­kus­sio­nen führte heute im Kan­tons­rat der dring­li­che Auf­trag zu "Mass­nah­men wegen Fran­ken­stärke". Im klas­si­schen Ping Pong zwi­schen links und rechts, zwi­schen Arbeit­neh­mer­schutz und Markt­fun­da­men­ta­lis­mus, ging fast ver­ges­sen, um was es im Auf­trag eigent­lich geht.

"Der Regie­rungs­rat wird beauf­tragt zu prü­fen, wel­che Sofort­mass­nah­men zur Dere­gu­lie­rung und/ oder zur finan­zi­el­len Ent­las­tung von Unter­neh­men ein­ge­lei­tet wer­den kön­nen, z. B. die Wie­der­ein­füh­rung von Reser­ven für Wäh­rungs­schwan­kun­gen und mög­lichst rasche Aus­zah­lung der KEV-Rückvergütungen an betrof­fene Fir­men."

Kein Wort von Steu­er­sen­kun­gen, Gebüh­ren­sen­kun­gen, Sozi­al­ab­bau und schon gar keine defi­ni­ti­ven Ent­schei­dun­gen, son­dern ein Prü­fungs­auf­trag. Da kann die EVP beden­ken­los zustim­men. Denn dass die Fran­ken­stärke - oder kor­rek­ter: Euro­schwä­che - der Wirt­schaft zusetzt, ist unbe­strit­ten. Was die teil­weise sinn­be­frei­ten For­de­run­gen der Han­dels­kam­mer angeht, hat sich die EVP bereits in der Medi­en­mit­tei­lung letzte Woche geäus­sert.

Das ist mit uns nicht zu machen!

Der dring­li­che Auf­trag "Ent­las­tung von Unter­neh­men bei Steu­ern & Gebüh­ren" ist ein ande­res paar Schuhe. Dem Kan­ton wei­tere Mit­tel zu ent­zie­hen ist im Moment schlich ver­ant­wor­tungs­los. Sonst muss man bald Sofort­mass­nah­men zur finan­zi­el­len Ret­tung des Kan­tons ergrei­fen! Beson­ders stö­rend ist, dass man diese Mass­nahme nicht nur für betrof­fene Betriebe son­dern nach dem Giess­kan­nen­prin­zip für alle for­dert! Die Fran­ken­stärke als Vor­wand zu wei­te­ren Dere­gu­lie­run­gen zu miss­brau­chen emp­fin­det die EVP als unmo­ra­lisch.


René Stei­ner
Co-Präsident / Kan­tons­rat EVP Kan­ton Solo­thurn