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Leserbrief: staatlich veordnet leere Kirchen in der Weihnachtszeit

Volle Züge, aber staat­lich veord­net leere Kir­chen - hier stimmt etwas nicht. Gerade jetzt im Hin­blick auf die Weih­nachts­zeit muss der Regie­rungs­rat über die Bücher und die Ein­schrän­kun­gen bei den Kir­chen der Raum­grösse ent­spre­chend lockern.

 

Im Kan­ton gilt bei Anläs­sen ein Limit von 30 Per­so­nen und somit ein stren­ge­res Regime als dies der Bund vor­gibt –unab­hän­gig von der Grösse des Lokals. Den Kir­chen wird oft vor­ge­wor­fen, sie hät­ten viel zu grosse Gebäude. Diese Kri­tik mag ange­sichts des abneh­men­den Inter­es­ses am christ­li­chen Glau­ben in den letz­ten Jahr­zehn­ten eine gewisse Berech­ti­gung haben. Es wären aber jene Orte, wo die Abstände pro­blem­los ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Quasi neben­bei bie­ten die Kir­chen zudem geist­li­chen Raum. Die Geschichte zeigt, dass der Hun­ger nach der Beant­wor­tung der wirk­lich wich­ti­gen Lebens­fra­gen vor allem in Kri­sen­si­tua­tio­nen aktu­ell wird. Und dar­auf sind die Mit­ar­bei­ter der Kir­chen spe­zia­li­siert.

Es ist daher schwer nach­voll­zieh­bar, dass Züge und Busse gefüllt wer­den kön­nen, wäh­rend die gross­räu­mi­gen Kir­chen staat­lich ver­ord­net leer blei­ben müs­sen. Gerade in der Vor­weih­nachts­zeit wird damit ins­be­son­dere auch den Kin­dern (Krip­pen­spiele) eini­ges genom­men. Regie­rungs­rat Remo Ankli hat erfreu­li­cher­weise die Vor­lage geleis­tet und wird in der SZ vom 10.11. dahin­ge­hend zitiert, dass die Kir­chen «auf den Tisch klop­fen sol­len». Es liegt wohl aber in der Art vie­ler Kir­chen­ver­tre­ter, dass sie sich der christ­li­chen Tugend ent­spre­chend eher zurück­hal­ten. Ver­ste­hen tut diese Ungleich­heit trotz­dem nie­mand.

Viel­leicht kann dies der Regie­rungs­rat im Hin­blick auf Weih­nach­ten ja noch kor­ri­gie­ren und dort, wo Platz vor­han­den ist, auch mehr Leute zulas­sen. Ein Regie­rungs­rats­mit­glied sieht es offen­bar schon so. Zusam­men mit den bei­den C-Vertretern sollte somit eigent­lich eine Mehr­heit für die­ses Anlie­gen mög­lich wer­den.

André Wyss, Rohr
Kan­tons­rat EVP