Medienmitteilung: Der Regierungsrat muss die Jungen mitnehmen!

Die EVP Kan­ton Solo­thurn for­dert den Regie­rungs­rat auf, die Test­kos­ten für die Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen rasch mög­lichst zu sen­ken. Seit dem 11. Okto­ber 2021 sind die Tests für ein Covid-Zertifikat kos­ten­pflich­tig. Der Bun­des­rat hat es damals mit sei­nem Beschluss ver­passt, eine Lösung zu prä­sen­tie­ren, die es auch Per­so­nen mit wenig Ein­kom­men ermög­li­chen würde, Tests wei­ter­hin durch­füh­ren las­sen zu kön­nen.

Mit 37 Fran­ken (Screening-Center Olten/Solothurn) sind die Tests für die meis­ten Jugend­li­chen und jun­gen (ins­be­son­dere sich noch in Aus­bil­dung befin­den­den) Erwach­se­nen nicht bezahl­bar. Die EVP Kan­ton Solo­thurn zeigt sich des­halb besorgt, dass die Gesell­schaft diese Bevöl­ke­rungs­gruppe «ver­liert» und for­dert den Regie­rungs­rat daher auf, sei­ner­seits auf Kan­tons­ebene zu rea­gie­ren.

Sei es an den Heim­spie­len des EHC Olten, an der HESO oder in der Kul­tur­fa­brik Kof­mehl – das Covid-Zertifikat wird rege genutzt. «Jugend­li­che haben ein gros­ses Bedürf­nis sich mit Gleich­alt­ri­gen zu tref­fen und der soziale Aus­tausch ist zen­tral», zeigt sich der jüngste Prä­si­dent der Kan­to­nal­par­teien, Elia Lei­ser, wenig über­rascht. Auch der Pro Juven­tute Corona-Report (Februar 2021) unter­streicht seine Aus­sage. Aller­dings waren bis vor einer Woche die Tests noch kos­ten­los. Seit­her sind die Anmel­dun­gen bei den Test­zen­tren mas­siv tie­fer.

Junge belas­ten die Inten­siv­bet­ten nicht

Der wöchent­li­che Situa­ti­ons­be­richt des Kan­tons Solo­thurn zeigt auf, dass die U-30-Jährigen bei einer Covid-Erkrankung nur in den sel­tens­ten Fäl­len ins Spi­tal ein­ge­wie­sen wer­den. Dies ist sicher­lich mit ein Grund, warum die Impf­quote bei den 12- bis 30-Jährigen im Kan­ton Solo­thurn ver­hält­nis­mäs­sig tief ist.

Die nun kos­ten­pflich­ti­gen Tests stra­pa­zie­ren aber deren Bud­gets. Die Mass­nahme wird daher zum Teil als «indi­rek­ter Impf­zwang» wahr­ge­nom­men und ist nicht ziel­füh­rend. Es ist zu erwar­ten, dass sich viele Jugend­li­che und junge Erwach­sene nun deut­lich weni­ger tes­ten las­sen wer­den als bis­her.

Soziale und wirt­schaft­li­che Fak­to­ren

Wenn die Teil­nahme am öffent­li­chen Leben nicht mehr mög­lich bzw. auf­grund der Test­kos­ten nicht mehr finan­zier­bar ist, wer­den sich die Men­schen zuneh­mend im pri­va­ten Rah­men orga­ni­sie­ren. Das kann gerade in den Win­ter­mo­na­ten nega­tive Aus­wir­kun­gen auf die Fall­zah­len haben. Da viele Ver­eine in Sport­zen­tren zuhause sind, kön­nen sich zudem viele Jugend­li­che und junge Erwach­sene das Trai­ning und den Wett­kampf nicht mehr leis­ten. Bei den Ver­an­stal­tun­gen und in den Ver­ei­nen sind dabei die sozia­len Fak­to­ren nicht zu unter­schät­zen. Ein Weg­fall die­ser Fak­to­ren dürf­ten weit­rei­chende Fol­gen haben (u.a. psy­chi­sche Pro­bleme, Sucht­pro­ble­ma­tik). Ebenso wird sich die­ses Ver­hal­ten wirt­schaft­lich aus­wir­ken: Bars, Clubs, Kinos etc. wer­den weni­ger Ein­nah­men haben.

Bezahl­bare Test­kos­ten

Aus die­sen Grün­den ist es für die EVP Kan­ton Solo­thurn wich­tig, dass die Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen nun «mit­ge­zo­gen» wer­den. Dies soll mit für sie bezahl­ba­ren Test­kos­ten gesche­hen.

Indem die Tests nicht kos­ten­los, aber trag­bar sind, sol­len sie ange­regt wer­den, sich mit der Imp­fung aus­ein­an­der zu set­zen, ohne jedoch aus finan­zi­el­len Grün­den dazu gezwun­gen zu wer­den.

Sollte der Regie­rungs­rat nicht von sich aus in diese Rich­tung agie­ren, würde die EVP das Anlie­gen gege­be­nen­falls via Kan­tons­rat ein­brin­gen. Ein ent­spre­chen­der dring­li­cher Auf­trag von EVP-Kantonsrat André Wyss liegt bereit.

Für die Gesell­schaft ist die Situa­tion belas­tend und auf ein bal­di­ges Ende ist zu hof­fen. Für den Prä­si­den­ten der EVP Kan­ton Solo­thurn Elia Lei­ser ist klar: «Ich per­sön­lich wünschte mir eine höhere Impf­quote, auch bei den Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen. Auf der ande­ren Seite müs­sen wir schauen, wie wir auch die nicht­ge­impfte Hälfte die­ser Alters­ka­te­go­rie in der aktu­el­len Situa­tion mit­neh­men kön­nen. Poli­zei­ein­sätze wie im Früh­jahr in St. Gal­len oder eine Zunahme der Ein­wei­sun­gen in Kinder- und Jugend­psych­ia­trien will die EVP Kan­ton Solo­thurn unbe­dingt ver­mei­den! Das sind dann jene Kos­ten, wel­che die Staats­kasse viel stär­ker belas­ten.»

Kan­tons­rat André Wyss ergänzt: «Im Zusam­men­hang mit der Imp­fung bin ich für eine sach­li­che Auf­klä­rung. Einen Impf­druck – ob direkt oder indi­rekt – lehne ich aber klar ab.»

 

Für Aus­künfte:

Elia Lei­ser, Prä­si­dent EVP Kan­ton Solo­thurn: 076 453 32 92; info@elialeiser.ch
André Wyss, Vize-Präsident EVP Kan­ton Solo­thurn, (P) 062 849 49 91, (G) 062 299 10 00; andre.wyss@wyance.ch