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Newsartikel

Solothurner Steuersituation: zwischen «Steuerhölle» und «Tiefsteuerstrategie»

Wäh­rend im Zuge der Steu­er­re­form 17 der Ruf nach einer „Tief­steu­er­stra­te­gie“ laut wird, ist die Steu­er­be­las­tung bei den natür­li­chen Per­so­nen schweiz­weit nir­gends höher als im Kan­ton Solo­thurn. Die EVP ist des­halb der Mei­nung, dass im Rah­men der Steu­er­vor­lage 17 auch die Steu­er­si­tua­tion der natür­li­chen Per­so­nen im Auge behal­ten wer­den muss.

Wer es bis­her noch nicht gewusst hat, konnte es in der «Schweiz am Wochen­ende» nach­le­sen: Die Steu­er­be­las­tung für natür­li­che Per­so­nen im Kan­ton Solo­thurn gehört zu den höchs­ten der gan­zen Schweiz. Bei der Stu­die, die zu die­sem Resul­tat kommt, gilt kor­rek­ter­weise das Brut­to­ein­kom­men als Basis und nicht – wie es oft­mals gemacht wird für sol­che Ver­glei­che – das steu­er­bare Ein­kom­men. Denn: Zwar ist der Steu­er­ta­rif in ande­ren Kan­to­nen, ins­be­son­dere im Nach­bar­s­kan­ton Bern, bei glei­chem steu­er­ba­rem Ein­kom­men bedeu­tend höher. Aller­dings lässt der Kan­ton Bern höhere Abzüge zu, was bei glei­cher Aus­gangs­lage, d.h. bei glei­chem Brut­to­lohn, zu einem tie­fe­ren steu­er­ba­ren Ein­kom­men und somit unter dem Strich (trotz höhe­rem Tarif) zu einer tie­fe­ren Steu­er­be­las­tung gegen­über dem Kan­ton Solo­thurn führt.»

Im Ver­gleich dazu schnei­det der Kan­ton Solo­thurn bei den Unter­neh­mens­steu­ern bes­ser ab. Hier liegt man im schweiz­wei­ten Ver­gleich gemäss der glei­chen Stu­die auf Rang 17. Im Vor­feld der Unternehmens¬steuer-rerform III (USR III) und nun der Steu­er­vor­lage 17 (SV17) wurde und wird das Rufen nach einer «Tief­steu­er­stra­te­gie» im Bereich der Unter­neh­mens­steu­ern laut. Iso­liert betrach­tet mag dies legi­tim sein. In Anbe­tracht, dass wie erwähnt die natür­li­chen Per­so­nen im schweiz­wei­ten Ver­gleich eini­ges schlech­ter daste­hen, stellt sich aber die Frage - sofern die ange­spannte finan­zi­elle Lage mit dem nicht sehr rosi­gen Finanz­aus­blick über­haupt grund­sätz­lich tie­fere Steu­er­ein­nah­men zulas­sen - ob man nicht zuerst bei den natür­li­chen Per­so­nen eine Anpas­sung voll­zie­hen müsste.

Für den EVP-Kantonsrat André Wyss ist klar: «Auf jeden Fall darf es nicht sein, dass im Zuge der SV17 die juris­ti­schen Per­so­nen pro­fi­tie­ren kön­nen und deren tie­fe­ren Steu­er­zah­lun­gen mittel- bis lang­fris­tig dazu füh­ren, dass bei den natür­li­chen Per­so­nen eine Steu­er­er­hö­hung nötig wird.» Das Resul­tat der Abstim­mung zur USR III hat gezeigt (der Kan­ton Solo­thurn hatte schweiz­weit die dritt­höchste Ableh­nung), dass die Solothurner/innen das nicht gou­tie­ren wür­den. Ein Aus­gleich zu Guns­ten der natür­li­chen Per­so­nen und ins­be­son­dere zu Guns­ten der tie­fe­ren Ein­kom­men ist des­halb für eine Zustim­mung der Mehr­heit zur SV17 unab­ding­bar.

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Elia Lei­ser, Prä­si­dent EVP Kan­ton Solo­thurn
André Wyss, Vice-Präsident, Kan­tons­rat
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